Bayerischer Energiepreis 2018

Dezember 2018

Marquis Automatisierungstechnik GmbH gewinnt gemeinsam mit Ihren Projektpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft den Bayerischen Energiepreis 2018




Projekt LINDA mit Bayerischem Energiepreis ausgezeichnet



Marquis Automatisierungstechnik GmbH und Partner haben ein Konzept zur Notstromversorgung mit dezentralen Erzeugungsanlagen entwickelt
– Aufbau eines stabilen Inselnetzes mit erneuerbaren Energien

Das Projekt LINDA (Lokale Inselnetzversorgung und beschleunigter Netzwiederaufbau mit dezentralen Erzeugungsanlagen bei großflächigen Stromausfällen) hat den Bayerischen Energiepreis 2018 in der Kategorie „Energieerzeugung – Strom, Wärme“ gewonnen. Das Konzept der Marquis Automatisierungstechnik GmbH und ihrer Projektpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft erschließt dezentrale Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien für die Notstromversorgung kritischer Infrastrukturen.

Hintergrund des Projekts: Ein langandauernder, großflächiger Stromausfall kann in unserer modernen Gesellschaft gravierende Folgen haben. Die Marquis Automatisierungstechnik GmbH und ihre Projektpartner haben im Projekt LINDA bewiesen, dass dezentrale Erzeugungsanlagen, wie Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerke oder Biogasanlagen, zur Notstromversorgung im Blackout-Fall eingesetzt werden können. Dafür haben die Projektpartner ein Konzept entwickelt und in den bisher umfangreichsten Inselnetzversuchen in Deutschland erfolgreich in der Praxis getestet. In bis zu drei Kommunen waren bis zu 1.100 Haushalte, 185 Photovoltaikanlagen sowie zwei Wasserkraftwerke als Führungsgröße und eine Biogasanlage in ein autarkes Inselnetz eingebunden. Während dieser Feldversuche war zu jeder Zeit ein stabiler und sicherer Inselnetzbetrieb möglich.

Das LINDA-Konzept dient insbesondere der Notstromversorgung kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäuser oder der Wasserversorgung. Diese können mit dem LINDA-Konzept über ein vom regionalen Stromnetz unabhängigen Inselnetz versorgt werden. Bisher wurden etwa Photovoltaikanlagen für die Notstromversorgung nicht genutzt, da diese Anlagen auf ein bestehendes Netz mit einer stabilen Spannungs- und Frequenzvorgabe angewiesen sind. Mit LINDA können solche dezentralen Erzeugungsanlagen nun für die Notstromversorgung erschlossen werden. Ein schwarzstartfähiges Kraftwerk, etwa ein Wasserkraftwerk, übernimmt die Rolle des Führungskraftwerks und gibt die Frequenz im Netz vor. Photovoltaikanlagen erkennen so ein bestehendes Netz und beginnen wie im typischen Verbundbetrieb einzuspeisen. Bis auf eine Anpassung des Führungskraftwerks ist dabei keine technische Nachrüstung nötig. Das Konzept lässt sich vergleichsweise gut übertragen. Damit liefert LINDA einen wichtigen Baustein zur Energiewende und Verbesserung der Versorgungssicherheit.

LINDA wurde unter Federführung von LVN mit Partnern aus Wissenschaft (Hochschule Augsburg, Technische Universität München) und Industrie (Bayerische Elektrizitätswerke GmbH, Stellba Hydro GmbH & Co KG, MTU Onsite Energy GmbH, PSI Software AG und Marquis Automatisierungstechnik GmbH) entwickelt und umgesetzt.